Up- and Down-Training auf dem Strelasund

Alex von der expresso (GER 817) berichtet, wie sich die Stralsunder Expressen auf die Regattasaison vorbereiten.

Die Regattasaison hatte noch nicht begonnen? Doch! Für die Stralsunder Expressen jedenfalls. Nur wenige, bereits segelfertige Boote segelten am 4. Mai auf dem Sund. Mildes Frühlingswetter bei schwach bis mäßigem Nordwestwind- ideale Voraussetzungen für ein ausgiebiges Up and Down Training. Im letzten Sommer haben die meisten Expressen Crews bei DEP und SEP erneut feststellen müssen, dass Up and Downs nicht so viel mit den mittwochs gesegelten Dreieckskursen zu tun haben. Das hat auch Eric Werner beobachtet (u.a. Deutscher Meister in der Melges-24-Klasse) und im Winter seine Unterstützung angeboten.

Immerhin 5 der 16 Stralsunder Expressen hatten zu diesem frühen Zeitpunkt ihre Boote regattaklar und legen nach kurzer Vorbesprechung um zehn Uhr am „Expressensteg 2“ vor der Altstadt ab – genau wie Eric im Schlauchboot mit Caro, seiner freundlichen Begleiterin und einer Hand voll Bahnmarken. Nach kurzem Einsegeln zwischen zwei Bahnmarken gab es auch schon die ersten Startübungen im verkürzten Takt. Mit den entsprechenden Wimpeln und den parallelen Funksprüchen kam das fast schon vergessene Vorstartkribbeln auf, verbunden mit den Fragen „Bevorteilte Seite erkannt?“, „Gutes Timing erwischt?“ und „Gute Position zu den anderen Booten gesichert?“. Dabei ist auch zu Tage getreten, dass bei undeutlich, falsch, oder gar nicht ankommenden Funksprüchen die Kenntnis der Wimpel sehr wertvoll sein kann. Zu harten Positionskämpfen und brenzligen Situationen auf der Startlinie kam es durch die geringere Anzahl der Boote in Verbindung mit dem mäßigen Wind noch nicht.

Anschließend ging es auch auf die komplette Strecke, für jeweils zwei Runden, damit auch das taktische Durchfahren des Gates und die Manöver dort trainiert werden. Eric und Caro richteten noch einmal die Strecke nach dem etwas drehenden Wind aus, und los…Immer wieder fahren die Beiden von Express zu Express, um Anmerkungen zu machen. Auch wenn der Fokus jeder Crew im eigenen Boot lag, war der Wettkampf untereinander sofort entbrannt. Schnell wird die gute Frühform auf der Lost Soxx deutlich und dass die hux flux erstmalig seit Langem in dieser Crew-Zusammenstellung unterwegs war. Um dem Ganzen noch etwas mehr Spannung und Fokus zu verleihen, reichte Eric zwischen den Rennen Zettel mit einer individuellen Aufgabe auf jede Express, wie: „Bei Startkreuz links vom Feld halten“, „In Luv von Boot x starten“ oder „In Lee von Boot x starten“. Trotz kleiner Korrekturen in der Ausrichtung von Strecke und der Startlinie waren die Pausen zwischen den vier Rennen kurz und die Anspannung damit durchgehend hoch. Nach fast fünf Stunden auf dem Wasser, die wie im Flug vergingen, ging es zurück in den Hafen.

Die Auswertung auf dem Expressensteg brachte auf den Punkt, was wir auch schon teilweise bemerkt hatten. Die Abläufe waren auf den meisten Expressen noch sehr holperig und vor allem bei den Spi Manövern sehr unterschiedlich. Während manche schon ihre erste Spi-Halse einleiteten, stand auf anderen Booten die Blase noch gar nicht. Das Nachtrimmen der Boote und damit die Anpassung auf die wechselhaften Windbedingungen bietet noch viel Luft nach oben und die Gewichtsverlagerungen, vor allem bei den Wenden, kann auf fast allen Booten verbessert werden. Die eher nebensächliche Zusammenfassung der Regattaergebnis (1. Lost Soxx, 2. Thusnelda, 3. Öxxenbröxx, 4. Phönix, 5. hux flux) wurde natürlich auch kurz besprochen.

Eindrücke aus dem Training (Fotos: Tom Windisch, nurmii (GER 225))

Fazit:

Eine absolut gelungene Veranstaltung. Gut durchdacht mit einer guten Balance zwischen Anspannung und der Freude über die beginnende Segelsaison. Alle Beteiligten waren gut gelaunt und am Ende dankbar für die wertvollen Erkenntnisse. Eine Fortsetzung sollte folgen. Vielleicht etwas später im Regattajahr, wenn die grundlegenden Dinge schon zurück in den Köpfen sind und noch mehr Konzentration auf die Feinheiten und neue Aspekte gelegt werden kann. Vielen Dank an Eric und Caro für ihr Engagement im Segelsport und das Interesse die Stralsunder Expressen abseits der Mittwochsregatten weiter zu entwickeln.

Anmerkung der Klassenvereinigung: Wie habt ihr euch auf die Saison vorbereitet? Berichtet von euren Touren, Regatten, Bau- und Crewerlebnissen gerne mit Texten, Fotos und Videos. Meldet euch einfach per Mail an info@albin-express.de

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