Express international

Zu Verkaufen: Schwachpunkte & Tipps

Generell: Expressen in Schweden zu kaufen spart oft Geld, dafür fallen natürlich Überführungskosten und -Aufwand an.

 

In Schweden besteht derzeit das größte Angebot an Expressen. In Deutschland und Dänemark sind inzwischen aber auch einige Expressen auf dem Markt.

Bisher sind keine oder nur wenige Expressen bekannt, die unter Osmose leiden.


Schwachpunkte

Ruderblatt:
Das Ruderblatt besteht aus zwei aneinander laminierten Halbschalen. Hier darauf achten, dass es keine Risse gibt oder andere Anzeichen, dass Wasser in das Ruderblatt eingedrungen ist, was mittelfristig zu ernsthaften Schädigungen führen wird.

Mastfuß, (insbesondere der Alte)
Viele Expressen fahren heute einen deutlich stärkeren Mastfall als ursprünglich angedacht. Dadurch ergeben sich natürlich andere Belastungen am Mastfuß/Deck. Albin hat das Deck durch eine Sperrholzplatte verstärkt. Diese ist bei vielen Expressen oftmals gebrochen oder verrottet, so dass der Mast einsinkt. Weiterhin verteilte der alte Mastfuß (erkennbar an den Umlenkrollen für Fallen und Strecker, die beim alten Mastfuß noch direkt im Mast sitzen) die Kräfte nicht sehr gut – der neue Mastfuß schafft Abhilfe (allerdings müssen die Fallenaustritte am Mast neu gemacht werden)

Kiel: Kielnaht/Aufhängung
Fehlen der Express Bodenwrangen in der Bilge, kann es zu starken Bewegungen des Kiels und somit zu Brüchen in der Kielnaht kommen. Nachgerüstete Bodenwrangen mindern diesen Umstand etwas und verbssern gleichzeitig die Segeleigenschaften der Express. Auch ist das Kiel-Finish auf einigen Expressen nicht im allerbesten zustand...

Salonduchten
Da der Unterbau der Salonduchten tragend und stabilisierend sind, sollte das Winkellaminat hier nicht beschädigt sein.

Relingsstützen/Haarrisse
An den Relingsstützen finden sich oft Haarrisse, da die Relingsstützen nicht durch unterlegte Platten abgefangen werden, sondern nur einfach durch das Deck geschraubt sind.

Weiches Deck
Normalerweise ist die Struktur der Express auch nach Jahren noch gut. Allerdings gibt es einige Expressen, die ein deutlich weiches Deck insbesondere im Vorschiffbereich und auf den Seitendecks aufweisen.

Rigg
Einige Masten wurden mit schwachen Gegenplatten ausgestattet. Insbesondere der Vorstagbereich sollte auf Verformungen und Risse untersucht werden. Neue, klassenkonforme Riggs sind problemlos in Schweden erhältlich.

Fenster
Häufig sind die Fenster undicht. Ein Neueinbau bzw. Neudichtung sind allerdings problemslos möglich.

Rumpf-Deck-Verbindungen
Generell sind die Rumpf-Deck-Verbindungen sehr solide gebaut. Trotzdem ist aufgrund des Alters der Schiffe und z.B. bedingt durch einen intensiven Regattaeinsatz hier Leckagen möglich.

Steckschott/Schiebeluk
Dieser Bereich neigt bei den meisten Expressen zu Leckagen. Das Problem eines leckendes Schiebelukes kann durch eine Lukgarage in den Griff bekommen werden. Die Steckschotten lassen auch oftmals Wasser eindringen. Hier bietet sich an, am Schiebeluk eine Abtropfleiste anzubauen und die Steckschotten durch Gummilippen o. ä. abzudichten. Außerdem sind die Schnittkanten der Sandwich-Kajütrückwand werftseitig nicht versiegelt, d.h. Leckagen im Niedergang könnten hier Delaminationen nach sich führen.

Klassenkonformität
Das ist natürlich vorwiegend für Regattasegler von Belang, ist aber auch für den Wiederverkaufswert der Express nicht unrelevant. Viele Expressen, die vorwiegend als Tourenboot unterwegs waren, haben im Laufe der Zeit die Klassenkonformität verloren. Deshalb insbesondere darauf achten, dass die Maße des Riggs, der Segel und der Umbauten mit den - sehr nachsichtigen - Klassenregeln konform gehen.

 

Apropos:

Deutsche Expressen werden häufig innerhalb der Klassenvereinigung verkauft. Wenn also jemand sucht, am besten im Verteiler anmelden bzw. im Forum inserieren.